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Wenn die alte Identität, die auf fremden Erwartungen, Überzeugungen und Träumen basierte, stirbt, dann gleicht das nahezu einem physischen Tod. Alles in dir schmerzt, du fühlst dich innerlich zerrissen, wirst von Gefühlen überwältigt, die du so lange unterdrückt hast. Du willst weg, vielleicht sogar raus aus deinem Körper, und weißt nicht, wohin. Alles scheint in Scherben zu liegen und keinen Sinn mehr zu ergeben.
Zurück in dein altes Ich, das dich nicht ansatzweise glücklich gemacht hat, kannst du jedoch nicht mehr. Diese Tür ist fest verschlossen. Doch dein neues Ich, das im Grunde deine wahre seelische Essenz repräsentiert, jagt dir noch Angst ein. Du kennst sie nicht, oder besser gesagt, dein Verstand hat keine Vorlage, auf die er zurückgreifen kann. Es ist erstmal reine Herzenssache.
Dein Herz muss deinen Körper führen
Es muss ihn darin trainieren, dass Unsicherheit keine Gefahr darstellt, sondern das echte Leben, für das sich deine Seele entschieden hat.
Manchmal verfluche ich mein Herz. Sehr sogar. Ich frage mich schon oft, warum ich verdammt nochmal ständig so leiden muss und mich für diesen Weg entschieden habe. Normalität erscheint dann so viel leichter und doch würde sie mich niemals im Herzen erfüllen. In solch einsamen Momenten, in denen mich niemand zu verstehen vermag, bleiben nur meine ätherischen Öle und die geistige Welt. Meine wahre Heimat.
Ganz ehrlich: Mich kotzt es an, dass die Menschheit teils so feige ist und nicht den Arsch in der Hose hat, in ihrem Inneren, in ihrer Schattenwelt aufzuräumen. Ich spüre den unterdrückten Mist in anderen und das, was sich niemand traut, laut auszusprechen. Es schwingt ja in der Aura mit! Niemand kann das wirklich verstecken, aber lügen, ja, darin sind wir Meister. Nur warum? Warum tun wir uns und anderen das an? Ich verstehe es nicht. Vielleicht ziehe ich mich deshalb immer wieder zurück und versank schon als Kind lieber in meinen Phantasiewelten, anstatt mich in die Matrix von Lügen und Intrigen zu begeben.
Tue ich es dann doch mal, weil ich meine, mal rauszumüssen, obwohl mein Herz vehement widerspricht, gerate ich immer wieder in einen Strudel der Überforderung, weil ich mir ständig die Themen anderer auflade. Es passiert automatisch, so hart ich auch daran arbeite, Grenzen zu ziehen. Denn ich wünsche mir nichts sehnlicher als Liebe und Harmonie in der Welt, und in meinem Leben. Und ich lief fast 40 Jahre dem Trugschluss hinterher, dass sich genau das einstellen würde, wenn ich Konflikte vermeide und die Gefühle der anderen transformiere.
Bullshit. Das ändert rein gar nichts, höchstens mal für kurze Zeit und nur oberflächlich. Denn wenn es die Menschen um mich herum gewohnt sind, dass sie unbewusst alles auf mir abladen können und ihr eigenes Energiesystem nicht trainieren, dann sind sie natürlich damit überfordert, wenn ich die Schleusen mal schließe. Und dann ziehe ich selbst die Arschkarte, weil all die selbst erbauten Lügen über mich hereinstürzen. Dann fällt das Kartenhaus zusammen und ich neige dazu, das wieder aufbauen zu wollen. Wie naiv.
Doch manchmal darf die Hoffnung sterben und die Illusion fernbleiben.
So hart es auch für mich und für dich sein mag. Aber wünschst du dir nicht auch ein Leben voller Ehrlichkeit und Tiefgang? Dann bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als auch mal egoistisch zu sein und unsere geliebten Menschen ihre Gefühle fühlen zu lassen. Es wird ja leichter, je öfter wir es tun. Auch das Schmerzhafte. Es geht schneller vorbei, auch wenn man denkt, dass das Herz in tausend Teile zerfetzt wird. Es geht vorbei.
Du bist nicht hier, um andere zu retten. Und das musste ich mir auch eingestehen, als ich eben eine Serie schaute, in der ich mich darüber ärgerte, dass die Familie des Mädchens und des Jungen nicht mehr in ihre Entscheidungen eingreift. Tja, weil sie die beiden respektieren, selbst wenn sie den Fehler ihres Lebens begehen. That’s life.
Ich will auch dich nicht retten. Dafür ist meine Arbeit nicht da. Ich bin nicht der Held oder sonst etwas. Was ich aber für dich kann, ist, dir zuzuhören und dir einen Ort zu schenken, an dem du keine Maske tragen musst und an dem es mal nur um dich geht. Ich bin dein Backup, deine Rückendeckung, wie auch immer du das nennen willst. Was du daraus machst und wie sehr du dich von mir führen lässt, das liegt ganz bei dir.
Es ist okay, depressive Phasen zu haben, und die musst du nicht unterdrücken, damit sich andere nicht angepisst fühlen. Mag sein, dass sich dein nahes Umfeld im Stich gelassen fühlt, wenn du dich plötzlich anders verhältst. Oder dass sie über dich urteilen. Aber das tun sie so oder so. Und wollen wir nicht alle für das geliebt werden, was wir wirklich sind? Nicht für unsere Taten, für unser scheinbar löbliches Verhalten, für unsere ständige Präsenz oder sonst was, sondern für unser Herz? Für unsere Seele?
Liebe erfordert keine Leistung. Aber sie erfordert deinen Mut, dich wirklich auf etwas einzulassen, das sich mit Worten nicht beschreiben lässt. Sie erfordert Loslassen, Hingabe und Ehrlichkeit.
Bist du bereit für das Abenteuer deines Lebens?
Wenn du über neue Beiträge auf dem Laufenden gehalten willst, trag dich gern in meinen Heart-Letter ein.
Alles Liebe,
Claudia
