Die wahre Liebe fordert dich im höchsten Maß heraus

Niemand sagt einem, dass wahre Liebe, die auf einer tieferen seelischen Ebene basiert, einen auf das höchste Maß herausfordert. Dein innerer Saboteur wird alles versuchen, um dich von dieser waghalsigen Idee, dich ihr wirklich zu öffnen, abzuhalten. Und dann führen Kopf und Herz einen inneren Kampf, der sich auf unterschiedlichste Art und Weisen zeigen kann:

Auf der körperlichen Ebene in Form von Energiestau in den Verdauungsorganen (Völlegefühl), Trägheit, Müdigkeit, Lethargie

Auf der Gefühlsebene: extreme Empfindlichkeit, schlechte Laune, Reizbarkeit

Auf der Verstandesebene: „Ach, alles ist doch scheiße.“ | „Ich lasse alles so, wie es ist.“ | „Alles nervt mich.“ | „Das sind hirnlose Spinnereien“. Usw. Du hängst in selbstveruteilenden Gedankenschleifen fest. Und zwar auf höchstem Niveau, denn dein Verstand, der dich einfach vor uneinschätzbaren „Gefahren“ bewahren will, fährt alle Geschütze auf, die ihm zur Verfügung stehen.

Sei es ein ständiger Griff zum Handy, weil man sich ablenken will. Oder der Griff zur Weinflasche. Was auch immer. Er weiß, womit er dich kriegt und dich davon abhalten kann, dich in die endlosen Weiten deines Herzozeans fallen zu lassen.

JEDER WÜNSCHT SICH DIE WAHRE LIEBE.

Doch Hollywood und Disney haben es in die Schublade des Kitsch verfrachtet. Oder? Darf man das so offen sagen? Oder lieber nur in Texten verpacken, damit es nicht so offensichtlich ist.

Weißt du, ich hab das auch gemacht. Fast 20 (!) Jahre lang habe ich mir versucht, etwas auszureden, was längst unwiderruflich ins Feld geholt worden war. Das kann ich definitiv nicht empfehlen.

Denn was passieren kann:

  • Verdauungsbeschwerden
  • Hautprobleme
  • chronische Unzufriedenheit
  • Gewichtszunahme/-abnahme

Du vergiftest innerlich und erstickst quasi an deinen eigenen Gefühlen, die du immer wieder unterdrückst. Weil du denkst, es enstamme nur deiner Phantasie und fußt auf keinem Fundament. Weil du denkst, es nicht verdient zu haben. Weil du denkst, dass es nicht realisierbar ist. Aber das Herz findet immer einen Weg. Wirklich. Das kann ich dir schon fast versprechen. Und es wird immer lauter werden.

In meinen Romanen ergeht es Claire genauso, und sie spricht ehrlich davon, wie sie sich damit ihr Leben selbst verbaut. Wenn du ihre Geschichte liest, wirst du ganz sicher so einige Aha-Momente erleben. Auch als Mann. Ich glaube, das sind Bücher, die dabei helfen können, das Innenleben einer Frau besser zu verstehen. Und vielleicht hegst du ja selbst solche Gedanken, würdest es dir aber nie eingestehen.

Aber wir leben in einer Zeit, in der wir alles hinterfragen dürfen, vor allem unsere eigenen Gedanken. Denn echte Herzensverbindungen brauchen Platz zum Atmen.

Was du also tun kannst, um Herz und Kopf zusammenzubringen

Schreiben. Das ist ein geniales Tool, um auf Papier (nicht auf dem Screen) deine Gedanken sichtbar zu machen. Der Verstand ist happy, weil er gesehen wird. Du schreibst so lange, bis dein Kopf leer ist. Denn dann kommst du an deine Herzenswahrheit heran. Du beginnst, deine Seele zu hören.

Wie Ryder Carroll es in seinem Buch „Die Bullet Journal Methode“ so wunderbar schreibt:

„Es liegt in unserer Macht, absichtsvoll damit umzugehen, wie wir den wahnsinnig kreativen Problemen begegnen, mit denen uns die Welt, die Menschen und unsere Emotionen konfrontieren.“

So sieht es aus. Und du nimmst diesen Problemen, die oftmals total unnütz sind, ihre Kraft, wenn du sie niederschreibst. Für den Verstand macht es keinen Unterschied, ob du sie jemandem erzählst oder sie deinem Tagebuch anvertraust. Das Buch ist übrigens eine Herzensempfehlung, um dein künstlerisches Leben zu ordnen.

Struktur in dein Leben bringen. Ja, ich weiß, dass du das nicht gerne hörst und es vermutlich nicht leiden kannst. So geht es wohl vielen kreativen Köpfen. Aber was ist ein Kunstwerk ohne Rahmen? Vielleicht tendiert dein Kopf auch dazu, dich mit unnützen Aufgaben zu überhäufen und dich zu überfordern, damit du dich erst recht nicht mit deinen tiefsten Gefühlen beschäftigst. Ertappe dich dabei und schaffe dir Routinen. Du brauchst kein starres Konstrukt, aber Leitplanken.

Beschäftige dich mit deiner Wut. Denn, wenn du ständig gegen dich agierst, mutierst du zu einer tickenden Zeitbombe. Und du weißt, dass Worte sehr verletzen können. Also lasse es nicht soweit kommen. Eine schöne Übung ist Folgende:

Setze dich hin, schließe deine Augen, strecke deine Arme nach vorne aus und balle deine Hände zu Fäusten. Dann lasse deine Wutenergie in die Fäuste fließen, spanne sie richtig an, halte den Atem an und dann lass los. Vor allem abends ist diese Übung sehr lohnenswert.

Frage dich auch, was dich wütend macht und lenke diese powervolle Energie in etwas Kreatives. Wut ist immer auch Ventil, alte Wunden heilen zu lassen.

Kopf-Herz-Synchronisation: Das kannst du immer wieder zwischendurch machen. Atme 5 Sekunden ein, 5 Sekunden aus und wiederhole das ein paar Mal. Du kannst dir auch vorstellen, wie währenddessen ein Fahrstuhl von deinem Kopf in dein Herz fährt. Je öfter du das machst, desto stärker wirst du die Wirkung spüren.

Zum Abschluss noch ein Zitat aus meinem Roman „Wir mit tausend Zeichen“:

„Die Musik hatte uns zueinander geführt, doch gleichzeitig wirkte sie wie eine künstliche Mauer, die uns davor beschützte, uns zu nah zu kommen. Oder uns davon abhielt? Und mich meiner Grenzen innerhalb meines eigenen Universums verwies – da eine Frau wie ich in seinem nichts zu suchen hatte?

Für mich war diese Künstlerwelt etwas, das ich noch nicht betreten durfte. Als bräuchte ich ein Einlassticket, damit ich als die Frau auftreten konnte, die ihm auf Augenhöhe begegnete. Um eben genau diese Frau werden zu können, die längst in mir schlummerte und sich nicht mehr verbiegen wollte, um einem Mann zu gefallen. Ja, zum ersten Mal erkannte ich, dass in der Verbindung zu Nick so viel mehr steckte, als ich bisher geahnt hatte.“

Danke für deine Zeit.

Claudia

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